We survived Aschewolke

Chronologie eines Städtetrips nach Barcelona, der sich außerplanmäßig verlängert hat…

Am 12. April mit einer Stunde Verspätung nachmittags angekommen. Ein Omen? Dann den falschen Schlüssel für das Apartment im schönen El Born bekommen, Vermieterin hinterher telefoniert, die dann wie aus dem Nichts vor uns steht… ein weiteres Omen?

13. April. Das volle Touristenkulturprogramm. Sagrada Familia, Camp Nou, Mont Juic. Das Camp Nou von außen nicht so beeindruckend wie gedacht, eher so ne 70er Jahre Betonschüssel. Besichtigung geschenkt, da Mega-Schlange am Ticket-Schalter. Im Barca-Shop Messi-Hysterie. Naja, das ist der moderne Fußball.

14. April. Eher chillig am Strand von Barcelona, davor Shopping-Exzesse. Abends semi-dekadentes Getafel in einem sehr guten französischen Restaurant namens Languedoc-Roussillon. Feine Küche, aufmerksamer aber nicht aufdringlicher Service – klare Empfehlung.

15. April. Wieder bisschen Kultur und Shopping. Haben dann übereinstimmend feststellen müssen, dass Miro überschätzt wird. Abends semi-dekadentes Getafel in einem sehr schlechten Restaurant namens „Carpe Diem“. Viel Chi-Chi, wenig Substanz. Finger weg. Abschluss-Absacker im Pony Cafe.

16. April. Jetzt geht’s los. Mit Standgas um 7 Uhr am Flughafen. Unser Flug um 8.20 Uhr wird gestrichen. Jetzt machen die Lufthansa und wir den entscheidenden Fehler:

München ist noch offen zu der Zeit, aber wir buchen um auf einen Flug um 12.40 Uhr nach Frankfurt. Gehen frühstücken und müssen dann feststellen, dass dieser Flug von der Anzeigetafel verschwunden ist.

Von ca. 11 Uhr bis ca. 17 Uhr anstehen am LH-Ticket-Schalter. Kurz bevor wir nach sechs Stunden dran sind, schleichen sich  zwei äußerst unsympathische Gestalten an der Schlange vorbei und faseln was von „Business Class, Business Class“. Werden von Sabine (Respekt für das resolute Auftreten der Jeanne d’Arc der Gestrandeten!) bestimmt in die Schranken gewiesen, die Stimmung droht verständlicherweise zu kippen. Unglaublich, wie dreist manche Asoziale drauf sind, die in so einer Ausnahmesituation Vorzugsrechte einfordern.

Werden für den 18. April auf einen Air Berlin Flug nach Düsseldorf gebucht.

Glücklicherweise bekommen wir via Lufthansa auch  ein Hotel zugewiesen, das Santa Maria in Sitges. Sitges liegt ca. 30 Kilometer südlich von Barcelona. Also nach ca. 10 Stunden im Terminal rein ins Taxi und raus direkt an der Strandpromenade. Einige andere Gestrandete, man fragt einfach nur „Lufthansa?“, wer dann nickt gehört zu den Exilierten.

17. April. A la playa con cerveca. Bisschen wie im Urlaub. Aber da muss ich auch mit einem kleinen Vorurteil aufräumen: Der Stressfaktor überwiegt ganz klar, da man in so einer Situation keine konkreten Infos hat, Hotlines völlig überlastet sind und man einfach nur weg will bzw. muss.

Als sich am Samstag abzeichnet, dass auch am Sonntag nichts geht, wieder rein ins Taxi zum Flughafen. Dort dann der plötzliche Silberstreif am dunstigen Horizont: Wir werden auf einen Bus gebucht, der am folgenden Tag nach Frankfurt fahren soll. Hipp Hipp Hurra. Zurück nach Sitges und mit einer monströsen argentinischen Fleischplatte, Rotwein, Cortados und Orujos die Rettung gefeiert.

18. April. Um sieben Uhr am Flughafen, um 10.30 Uhr geht’s los. Mit einem Bus, der eher für kurze Ausflüge gedacht ist. Über Montpellier, Lyon, Mulhouse nach Frankfurt. Pikantes Detail am Straßenrand: Ausgerechnet „Mister Bean macht Ferien“ läuft auf dem 13-Zoll-Monitor, das ist wahrscheinlich spanischer Humor. Um 03.30 Uhr nach 17 Stunden Fahrt wieder am Terminal 1 – we survived Aschewolke!

Abschließend dickes Lob an die Busfaher. Und die Lufthansa, die sich sehr freundlich und kompetent um uns und andere Passagiere gekümmert hat. Und an Jens und Sabine für die tollen katalonischen Tage😀

3 Gedanken zu “We survived Aschewolke

  1. Don Philippo & Peppones,
    warum „MÜSSEN“ Selbständige zurück, fragt sich der geneigte und erheiterte Leser. Einfach dort bleiben und das spanische Flair auf Kosten der Lusthansa genießen mit Zarzuelas (oder wie die Fischplättchen auch immer heißen mögen), ein paar Cervesas und zum Abschluß ein paar Carlos Primeros….; das wär´s doch eigentlich.
    Aber, so lasset euch gesagt sein: es hätte auch schlimmer kommen können…., wenn z.B. der Kurzstreckenbus mitten in Frankreich gestrandet, soll heißen liegen geblieben wäre…, by the way: was zum Teufel sind „cortados“ und „orujos“???
    Tom, der Wolf

    • Cortado = Espresso mit Milch, Orujo = herber Hjerbas (Kräuterschnäpsken). Wahrscheinlich komplett falsch geschrieben, aber bin ich Spanier?🙂

      Die zahlreichen Angestellten der FKK brauchen unsere straffe Führung, deshalb mussten wir leider zurück. Du weißt ja: Ist die Katze aus dem Haus…

  2. Noch was zu dem Reisebericht:
    Wir hatten es doch glatt in die spanischen Nachrichten geschafft: Mutti, Vati wir sind im Fernsehen!

    Die Geiselhaft: Das Skunkfunk Shirt gegen Rei in der Tube.

    Der Aufschrei: Hurra, ich habe noch einen sauberen Schlüpper entdeckt!

    Die furzende Bodenplatte des Reisebusses – fliegt das Ding nun in die Luft und wir sehen die Straße?
    🙂

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