Voll der Flesch

Ob ein Text gefällt oder nicht ist Geschmackssache. Aber die Lesbarkeit lässt sich relativ genau berrechnen. Dazu verwende man einfach die Formel

FKGL  = (0.39xASL) + (11.8xASW) − 15.59

FKGL ist der Flesch Kincaid Grade Level,  ASL steht für die durchschnittliche Satzlänge und ASW für die durchschnttliche Anzahl der Silben pro Wort.  Wenn das Ergebnis beispielsweise 10 ergibt, kann der Text von einem Zehntklässer verstanden werden. Die Formel wurde in Amerika entwickelt, darum können die Werte  nicht 1:1 auf deutsche Texte übertragen werden.  Denn deutsche Wörter haben durchschnittlich mehr Silben als englische. Aber nützlich ist so ein Wert als Anhaltspunkt schon.

Welchen Wert sollte also ein Text haben, der ein möglichst großes Publikum erreichen soll? Schwer zu sagen, der amerikanische Copywriter Michael Masterson veröffentlicht keinen Text, dessen FKGL höher als 7,5 ist. Schlechte Karten für Thomas Mann!

Wer selbst seine Texte auf einfache Lesbarkeit prüfen will, kann das hier und hier tun. Ich habe mir zu diesem Zweck das kostenlose Programm Flesh installiert. Ab sofort also nur noch kurze Sätze und kurze Worte? Mal sehen.

3 Gedanken zu “Voll der Flesch

  1. Jetzt hab ich doch glatt mal einen alten kurzen TV-Beitragstext von mir bei „leicht lesbar“ eingegeben und einen Flesch-Wert von 50 heraus bekommen. Scheinbar ist die deutsche Adaption anders gegliedert als die amerikanische, aber egal hier ist das Ergebnis:

    Unsere Analyse hat ergeben:
    Ihr Text besteht aus 21 Sätzen mit 265 Wörtern, wovon 173 verschiedene. Sie haben total 451 Silben benutzt (Endsilben auf -e zählen nicht).
    Das ergibt einen Flesch-Wert von 50.
    Für die Leseleichtigkeit (erforderliche Bildung für gutes Verständnis) eines allgemeinen deutschen Textes gilt in der Regel:
    81 bis 100 extrem leicht (5. Klasse)
    71 bis 80 sehr leicht (6. bis 8. Klasse)
    61 bis 70 leicht (Abschlussklasse)
    41 bis 60 durchschnittlich (Sek, FOS, Berufsschule)
    31 bis 40 etwas schwierig (Mittelschule)
    21 bis 30 schwierig (Matura, Abitur)
    bis 20 sehr schwierig (Hochschulabschluss)

    —————-

    Na immerhin bin ich über das Berufsschulniveau nicht hinausgeschossen.
    Gut für die Quote!
    Nein aber jetzt im Ernst, TV Texte sind ja nicht zum Lesen sondern zum Hören gemacht und funktionieren auch anders. Und auch wenn mathematische Wertungssysteme für Texte anfänglich kurios klingen – interessant ist das Thema trotzdem.
    Dein Blog wird langsam zur echten Bildungseinrichtung.
    Apropos Bildung; Rudolf Flesch ist gebürtiger Wiener🙂

    LG Dirk

    P.S.: Dieser Kommentar hat einen Wert von 52. (Und schon hab mich verbessert)

    • Die verwenden eine andere Formel namens Flesch Reading Ease. Ich finde den Grade Level etwas bequemer, da ich den Wert nicht in ein angenommenes Bildungsniveau umrechnen muss. Es gibt sogar laut Wikipedia auch noch die „Wiener Sachtextformel zur Berechnung der Lesbarkeit deutschsprachiger Texte.“
      Die Wiener sind scheinbar ganz wild auf das Thema😀

  2. da freuen sich die grafiker, denn wie heißt es so oft: könntest du mir vielleicht die headline etwas kürzer machen?
    😉

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