Herr Hitler zeigt sein Ei

Ups, seit über einem Monat nix geblogged. So geht’s natürlich nicht. Um die Laune der Leserschaft zu bessern, gibt es darum gleich zu Beginn was zum Lachen:

Die Ausstellung von Gerhard Harderer läuft noch bis Ende November. Ich werde mir die anschauen, trifft genau meinen Geschmack.

Sonst noch was?

Ja, a Kindle is in the house. Dieses 99 Euro Teil, mit dem Amazon sich den E-Book-Markt unter den Nagel reißen will.

Habe jetzt ein Buch darauf gelesen und kann mich dem allgemeinen Tenor anschließen. Der (oder das?) Kindle ist ein richtig guter E-Reader. Bedienung super simpel und dank dieser Bla-Bla-Ink-Technologie angenehm für die Augen – die Schrift wird wirklich gestochen scharf und flimmerfrei dargestellt. Wer gerne liest, kann sich den Kindle zulegen. Da macht man nichts falsch.

Gelesen habe ich „The Paradox of Choice“ von Barry Schwartz. Der gute Mann belegt wissenschaftlich, worüber ich mich schon mal in einem anderen Zusammenhang ausgelassen habe:

Die Vielzahl der Wahlmöglichkeiten in allen Bereichen wird zunehmend zu einer Belastung. Ist das jetzt das beste Smartphone mit dem besten Tarif?  Ist dieser Job wirklich die optimale Kombination aus Arbeitsklima, gutem Gehalt und Nähe zum Wohnort? Wohin fahren, damit es „garantiert“ der Traumurlaub wird?

Erschwerend kommt hinzu, dass man in unserer Gesellschaft auch noch alles selbst enscheiden kann bzw. muss. Anders als z.B. die Amish, die nach strengen Regeln leben (und darum vielleicht insgesamt glücklicher sind).

Was tun, was empfiehlt Schwartz, um besser mit diesem Übermaß an Wahlmöglichkeiten  umzugehen? Kurz gesagt soll man vom „Maximizer“ zum „Satisficer“ (Übersetzung fällt mir keine gute ein) werden.

Der Satisficer erkennt an, dass es schlicht unmöglich ist, immer oder überhaupt ein Optimum zu erreichen. Also sich einfach sagen: Ok, dieses Smartphone hat eigenlich alles, was ich brauche. Warum soll ich wie ein Wahnsinniger alle Testberichte und Foren durchkämmen, um das perfekte Smartphone zu finden? Das dann nach spätestens einem halben Jahr schon wieder suboptimal ist (und alles geht von vorne los).

Insgesamt ein lesenswertes Buch, das es auch in einer deutschen Übersetzung gibt.

Noch was für uns Werber als Denkanstoß:

Es ist kontraproduktiv, den Kunden mit dem berühmt-berüchtigten „Bunten Strauß der Ideen“ zu beglücken. Denn dann kommt er ins Grübeln, das auch noch viel Zeit kostet.

„Konzept 3 ist eigentlich gut, aber Konzept 5 auch. Am besten wäre eigentlich eine Kombination aus 3, 5 und 7.  Aber wenn jetzt die Nummer 4 am besten performed? Eigentlich ist das alles nicht optimal – die Knallchargen sollen da noch mal ran“.

So überlässt man dem Kunden die sprichwörtliche Qual der Wahl. Und die sollte man ihm eigentlich abnehmen.

 

 

 

 

 

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