Herr Franz entdeckt Mister Condo

Katastrophal: Die Edvard Munch Ausstellung in der Frankfurter Schirn. Das lag jetzt nicht am melancholischen Norwerger, denn von seinen Werken habe ich kaum was gesehen. Sondern an dem riesigen Besucherandrang. Ungefähr wie am ersten Tag des Schlussverkaufs.

Da fragt man sich doch: Was treibt die Massen in eine Munch Ausstellung? Die Bilder sind ja nicht gerade klassisch „schön“. Ob das einfach Ausstellungstourismus ist? Ein Alternative zum Zoo an einem sonnigen Tag? Keine Ahnung.

Klar dagegen: Der Name macht’s. Bei Marken und auch in der Kunst. Denn parallel zum nordischen Depressionisten läuft in der Schirn eine Schau von George Condo. Und die fande ich aus zweierlei Gründen lecker wie ein kühles Bier.

Die Besucherfrequenz war deutlich geringer. Ausgewählte, feinsinnige Ästheten lustwandelten durch angenehm temperierte Räume. Hielten vor den Werken inne, um sie stumm aber fachkundig zu analysiern und wert zu schätzen. Mit Recht.

Denn die Bilder sind wirklich herausragend. Ein grimmig-böser-lustiger Kommentar zu unserer Zeit (Condo wurde 1957 geboren und weilt noch unter uns). Verfremdete Portraits in den Posen klassischer Meister, aber mit zu Fratzen entstellten Gesichtern.

Hier ein paar Werke von George Condo:

Das ist „Jesus im Supermarkt“.

Und jenes heißt „Der Psychoanalytiker“.

Und das hängt jetzt in meiner privaten Sammlung. Als 5-Euro-Poster.

Wer selber mal gucken will: Die Ausstellung läuft (nur) noch bis zum 28. Mai in der Schirn.

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