Swans Song

In den achtziger Jahren des letzten Jahrtausends war die Angst vor einem Atomkrieg weitverbreitet. Kein Wunder also, dass sich Autoren damals die Frage gestellt haben, was wäre, wenn es wirklich zu einer atomaren Auseinandersetzung zwischen Ost und West kommt? Wie sieht die Welt nach einem Atomkrieg aus?

Genau diese Fragen stellt sich auch Robert McCammon in seinem 1987 erschienenen zweibändigen Roman „Swans Song“ (Buch 1: Nach dem Ende der Welt; Buch 2: Das scharlachrote Auge).

Nachdem die Bomben gefallen sind, ist die Welt zerstört. Es gibt kein frisches Wasser mehr, kaum noch Nahrung und der nukleare Winter setzt ein. In diesem Setting verfolgen wir die Wege von einigen Überlebenden:

Die neunjährige Titelheldin Swan wird begleitet von einem abgehalfterten Wrestler, der den Auftrag bekommt sie zu beschützen. Denn Swan besitzt eine außerordentliche Fähigkeit, die für das Überleben der Menschheit entscheidend ist.

Cover Swans Song

Die Obdachlose Sister Creep.

Colonel Macklin, ein ehemaliger Vietnam-Soldat. Zu Beginn des Romans leitet er einen in einen Berg gebauten Bunker namens Earth House. In diesem Bunker begegnet er einem Jungen namens Roland Croninger, der sich schnell zu einem durchgeknallten Psychopathen entwickelt.

Außerdem gibt es noch einen unheimlichen Mann mit dem scharlachroten Auge, der nach Belieben seine Gestalt verändern kann.

Auslöser der Handlung ist ein Ring, den Sister Creep in den Trümmern New Yorks findet. Dieser Ring lässt Sister Creep traumwandeln. Sie bekommt durch den Ring den Auftrag, Swan zu finden. Hinter ihr und dem Ring ist auch der Mann mit dem scharlachroten Auge her.

Die Figuren sind relativ eindimensional angelegt. Das große Thema ist der Kampf Gut gegen Böse. Da bleibt für Schattierungen wenig Platz. Aber das Lesen der ca. 1.000 Seiten macht trotz gelegentlicher Längen durchaus Spaß. Das Tempo ist immer hoch, langweilig wird es nie.

Zum Ende des Romans übertreibt es McCammon mit seinen christlichen Analogien. Auch der Showdown ist mir ein wenig zu James-Bond-artig geraten. Trotzdem: Wer gerne Horror mit Fantasy-Einschlag (oder umgekehrt) liest, wird mit Swans Song gut unterhalten. Der Splatter-/Brutalitätsfaktor ist nicht übertrieben hoch, die Darstellung von Gewalt wird nie zum Selbstzweck.

Den Roman gibt es in zwei Bänden als E-Book und Taschenbuch, erschienen im Festa-Verlag. Den ich an dieser Stelle für seine Preisgestaltung loben muss: Das E-Book kostet 4,99 €, das Taschenbuch für 13,95 €. Daran sollten sich andere Verlage ein Beispiel nehmen, sage ich als Kindle-Fan.

2 Gedanken zu “Swans Song

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