A trip to Dublin

Haha, so wie es aussieht wird das hier ein Reiseblog – pro Jahr ein Post. Schon etwas peinlich… aber vielleicht wird das in Zukunft ja wieder besser.

Aber jetzt wird die Selbstgeißelungspeitsche wieder eingepackt 🙂

Insgesamt war ich jetzt zum dritten Mal auf den britischen Inseln. Und ich bin jedesmal begeistert. Ich könnte mir gut vorstellen, in England oder Irland zu leben. Im Pub stehen, Bier trinken und Fußball schauen kann ich halt! Jetzt aber wirklich Schluss mit dem Vorgeplänkel.

Da ich in den 5 Tage in Dublin extrem viel Sightseeing gemacht habe, hangele ich mich an diesen Stationen entlang. Zum Schluss gibt’s dann noch ein paar Worte zu Drumcondra, dem Stadtteil, in dem mein Apartment war.

Die Stadt der Literaten

Irland ist stolz auf seine Schriftsteller. Und das merkt man auch auf Schritt und Tritt. Weil ich ja eine Affinität zur Literatur habe, war ich im Dublin Writers Museum und im James Joyce Center. Das sind beides eher kleine Museen. Im Writers Museum gibt es einen Überblick über bedeutende irische Schriftsteller, man sieht Manuskripte, Schreibmaschinen, Pfeifen etc. Untergebracht in einer schönen Stadtvilla. Das ganz wirkt etwas angestaubt, viele Räume werden nicht genutzt. Muss man nicht gesehen haben.

Das James Joyce Center ist auch in einem schönen Altbau zu finden. Die Ausstellung gibt einen kleinen Einblick in Werk und Leben des Autors. Sehr sympathisch sind die Angestellten, die sich gerne mit den Besucher unterhalten. Mir hat’s gefallen.

Guinness Storehouse

Der totale Kontrast zu den beiden Museen – das Guiness Storehouse. Im Grunde eine riesige PR-Veranstaltung für das „schwarze Gold der grünen Insel“. Aber was soll ich sagen – richtig geil gemacht! Das Konzept: Man erklimmt ein symbolisches Pint-Glas. Dabei wird gezeigt, welche Zutaten verwendet werden, wie der Brauprozess aussieht, wie das Guinness früher in Fässer verpackt und transportiert wurde. Ein ganzes Stockwerk ist der legendären Guinness-Werbung gewidmet. Alles sehr modern und mulitmedial inszeniert. Das können die Iren gut, dazu später mehr. Krönender Abschluss: Man bekommt im obersten Stock mit tollem Blick über Dublin sein Pint serviert. Achtung, ist sehr gut besucht. Trotzdem von mir 5 Sterne.

Und wo wir schon beim Alkohol sind geht es weiter mit:

Jameson Distillerie

Fast so etwas wie das Guinness Storehouse in klein. Es gibt nur geführte Touren, die ungefähr eine halbe Stunde lang sind. Meine Tour wurde von einer sehr hübschen und witzigen Irin namens Ashley geleitet – aber das nur nebenbei. Man erfährt etwas über die Geschichte von Jameson und wie er hergestellt wird. Auch das sehr modern und unterhaltsam. Abschließend gibt es ein kleines Tasting und ein Drink aufs Haus. Wobei man bedenken muss, dass die Eintrittspreise für das Storehouse und die Distillerie ziemlich knackig sind (25 bzw. 20 Euro). Wie man da sparen kann, verrate ich am Schluss des Beitrags -> kleiner Cliffhanger 🙂

Book of Kells

Das war leider ein völliger Flop! Das Trinity College gilt als eine absolutes must see und ist dementsprechend überlaufen. Aber ich finde, man kann es sich schenken. Für stolze 14 Euro Eintritt sieht man ein paar Stellwände mit Infos über die frühmittelalterlichen Bücher. Dann kann man sich kurz vier Exemplare in einer Glasvitrine anschauen. Anschließend geht es in ein doch recht eindrucksvolle Bibliothek. Aber ich glaube, wer sich dafür interessiert findet alles über das Book of Kells auch im Internet.

Geschichte wird gemacht 

Zwei Tipps für alle, die sich für irische Geschichte interessieren – und dafür, wie „Museen“ richtig spannend gemacht werden können.

  • EPIC The Irish Emigration Museum
    Das Museum befasst sich wie der Titel schon sagt mit der langen Geschichte der Emigration der Iren in alle Länder der Welt. Gezeigt werden die Gründe für die Auswanderungswellen und die Folgen. Mit Folgen ist hier gemeint, welchen Einfluss Iren und Irischstämmige auf Politik, Wissenschaft, Kunst & Kultur, Sport etc. haben und hatte. Richtig gut gemacht mit vielen Videos, Touchscreens und Installationen. Unbedingt anschauen!
  • GPO Witness History Visitor Centre
    Ostern 1916 kam es zu einem blutigen Aufstand gegen die britische Herrschaft in Irland. Das Hauptquartier der Rebellen war das General Post Office. In diesem Gebäude kann der Besucher den Aufstand und die Folgen nach-erleben. Wie im EPIC werden Touchscreens und Videos benutzt, um den Besuch informativ und unterhaltend zu machen – sehr gelungen!
  • Jeanie Johnston Tallship & Famine Museum
    Fällt eher in die Kategorie „Ganz nett“. Die Jeanie Johnston ist der Nachbau eines Schiffes, mit dem Iren während der großen Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts nach Amerika ausgewandert sind. Vom Schiff sieht man nicht viel, unter Deck erzählt ein Guide dann in epischer Breite die Hintergründe ebenjener Hungersnot. Da es unter Deck eher schummrig ist, droht akute Einschlafgefahr 😀

Also wenn ich mir das bisher Geschrieben durchlese, kann die Diagnose nur lauten: Museums-Fetischist. Aber damit ist jetzt Schluss. Jetzt kommt noch ein Tipp für einen kleinen Ausflug ans Meer: Auf nach Howth. Die kleine Fischer-Stadt erreicht man bequem per DART Bahn, das ist so eine Art S-Bahn. Nach einem kleinen Spaziergang am Meer gibt’s dann in einem der Restaurants an der Promenade lecker Fisch.

Und jetzt noch ein Wort zur Unterkunft. Ich war in einem Apartment in Drumcondra, einem Stadtteil nördlich der Innenstadt. Vorteil: Der Stadtteil ist noch nicht so touristisch überrannt wie das Zentrum. Und es gibt auch dort nette Pubs. Aber beim nächsten Mal Dublin würde ich doch ein Hotel/Apartment mehr in Zentrumsnähe vorziehen. Das Busgezuckel ist auf Dauer doch etwas too much.

Abschließend noch zwei praktische Tipps:

Es gibt einen Dublin-Pass. Wenn man sich diesen Pass kauft, kommt man in viele Attraktion kostenlos. Ob sich das lohnt, sollte man sich aber vorher überlegen. Wenn jemand sagt, mich interessiert nur das Guinness Storehouse, dann eher nicht.

Was sich auf jeden Fall lohnt, ist die Leap Visitor Card. Mit ihr kann man alle Öffis (auch den Flughafenbus) in Dublin benutzen ohne jedesmal ein Ticket kaufen zu müssen. Sehr praktisch!

So, das war mein etwas längerer Bericht über Dublin. Eine tolle Stadt, die ich gerne ein zweites Mal besuchen würde.

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