Commerzbank Online-Banking Anno 2012

Warum mache ich Online-Banking? Damit ich mir in Bezug auf die Finanzen Offline-Aktivitäten erspare. Das ist aber bei der Commerzbank nicht so einfach.

Der dickste Klops: Das Ändern des Transaktionslimits, also des Betrags mit dem die EC-Karte maximal belastet werden kann.

Online geht da nichts. Da muss man in die Filiale tippeln und die Änderung persönlich beantragen. Willkommen im Jahr 2012. Aber das ist noch nicht alles. Denn von der Abgabe des Formulars bis zur tatsächlichen Änderung vergehen 2-3 Werktage. Äh, Hallo?

Nebenbei bemerkt: Das akutelle Transaktionslimit ist nach dem Einloggen ins Online-Banking nirgends zu finden. Oder ich finde es nicht.

Als Kunde der Dresdner Bank konnte ich das Transaktionslimit online ändern. Ruiniert hat es mich nicht. Dass diese Funktionalität von der Commerzbank aus welchen Gründen auch immer gestrichen wurde ist sehr sehr ärgerlich.

Kein Bock auf Commerz, liebe Commerzbank?

Aus der ehrwürdigen Dresdner ward die Commerzbank. Und alles gut? Nö, nicht wirklich.

Denn: Als Ex-Dresdner Bank Kunde hatte ich früher eine ganz normale Visa-Kreditkarte, ausgestellt von der Dresdner-Cetelem Kreditbank, mit Sitz in Ankara, nee Duisburg, glaube ich. Egal.

Jedenfalls bekam ich Ende letzten Jahres mitgeteilt, dass diese Kreditkarte im Zuge der Fusion ihre Gültigkeit verliert. Ersetzt wird sie durch die CashCard der Commerz Finanz. Naiv wie ich manchmal bin, dachte ich: Ok, Karte ist Karte, her damit.

Vor allem heißt es ja auf der Homepage der Commerz Finanz:

„Aus der Dresdner-Cetelem Kreditbank GmbH wurde die Commerz Finanz GmbH.
Was ändert sich für Sie: NICHTS! Sie müssen sich um nichts kümmern! Jeder bestehende Vertrag behält seine Gültigkeit. Alle Vertragsunterlagen, die Sie von uns erhalten haben, bleiben unverändert.“

Ich aktiviere also telefonisch die Karte und gehe zum Shoppen in den iTunes Store. Die Eingabe der neuen Kartennummer ergibt nichts bzw. die Meldung, dass es sich nicht um eine „gültige Kreditkarte“ handelt.

Darauf schaue ich mir das Teil zum ersten Mal genauer an. Aha, nur ein Maestro Logo, von Visa oder Mastercard keine Spur. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dieser CashCard um einen seltsamen Zwitter aus Dispo-Kredit und Einkaufskonto – für mich jedenfalls völlig unbrauchbar.

Ich rufe also bei der Commerz Finanz an. Frage: Ist es möglich, die CashCard gegen eine echte Kreditkarte einzutauschen? Antwort: Nein. Vielleicht bekommen Sie ja in der Filiale noch eine Kreditkarte.

Aha. Auch wenig kundenfreundlich ist die Abrechnung. Ich stottere jeden Monat 18 Euro ab, davon sind 5,27 Euro Zinsen und 4,56 für eine Versicherungsprämie fällig (keine Ahnung, für was die gut ist). Bei einem Soll von ca. 500 Euro zahle ich also grob überschlagen 50 Monate lang – wenn die Karte nicht weiter belastet wird. Klar, wer daran gut verdient.

Ich rufe also mal wieder den „Kundenservice“ an und frage, ob man die Rate nicht erhöhen könnte. Antwort, kategorisch: Nein, geht nicht.

Was sagen die FAQ dazu? Etwas anderes:

Die monatliche Rate entspricht 3 % der jeweils höchsten Inanspruchnahme (gerundet auf volle 100 €). Sie können aber auch eine höhere Tilgung bestimmen.

Danke für nichts.

Kommen wir zum Ende der Geschichte. Ich habe jetzt eine Visa-Karte von Amazon. Versüßt mit 20 Euro Einkaufsbonus und flexibler Rückzahlung (Ratenhöhe online frei bestimmbar). Barcelona, ich komme! Die CashCard führe ich mit Sondertilgungen auf Null und dann liegt sie halt nutzlos (und zinslos) rum.

Hört sich das jetzt alles arg mäkelig an?

Naja, jedenfalls hat die Commerzbank/Commerz Finanz leichtfertig einen Kunden verloren, der durch ein bisschen mehr Kundenfreundlichkeit geblieben wäre. Es reicht halt nicht, in sauteuren Werbespots „Gemeinsam mehr erreichen“ zu proklamieren und dann genau gegenteilig zu handeln.

PS: Motzki, die zweite. Liebe Webdesigner, liebe Art- und Kreativ-Direktoren, bitte bitte lasst euch endlich mal was Neues einfallen! Ich kann keine Homepage mehr sehen, die aus einem Key Visual und 3-5 Teaserboxen besteht!! Echt nicht!!!