Die Marke Lena

Ganz Deutschland, ach was, ganz Europa ist im Lena Fieber. Gerüchteweise übernimmt sie ja den Posten von Horst Köhler und wird also 2011 als Bundespräsidentin den Titel beim Grand Prix verteidigen.

Was macht den Erfolg von Fräulein Meyer-Landrut aus marketing-technischer Sicht aus? Hier mal ein paar Thesen.

  • Höre auf Volkes Stimme. Egal, wie korrekt die Anrufe bei dem Vorab-Casting gezählt worden sind – eine Tendenz bilden sie auf jeden Fall ab.
  • Perfektion verkauft sich schlecht. Kleine Fehler erhöhen die Glaubwürdigkeit und das Identifikationspotenzial. Lena bleibt, was immer wieder betont wird, „authentisch“.
  • Ein Ninja bleibt stehen, wenn alle anderen rennen. Beim Grand Prix hieß das: Natürlichkeit gegen Show und Charme versus Bombast. Also einfach eine gute Positonierung im Wettbewerbumfeld.
  • Gute Planung zahlt sich aus. Das Kompliment geht wohl vor allem an Stefan Raab.
  • Präsenz auf alle Kanälen. Lena ist ein perfektes Beispiel für gelungenes Buzz-Marketing, denn jeder spricht über sie.

Aber bevor ich jetzt auch noch anfange hysterisch zu kreischen, ein ironisches Schlusswort zum Hype:

Lena will es wieder wissen:

Gelingt ihr das Comeback?



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In diesem Jahr wird ganz sicher „Social Media“ zum Dauer-Thema. Ohne Facebook geht nix mehr, und Twitter sowieso. Zwei große Brause-Produzenten machen es vor (Pepsi und Coca-Cola) bzw. mit. Ist im Prinzip ja gut und richtig, aber hier wird ein Denkfehler zum wiederholten Male reproduziert:

Wer nichts zu sagen hat, wird nicht gehört

Der Hype um Social Media ist ja nichts Neues. Seit dem Internet waren und sind da: Marken-Website, Banner, Micro-Sites, SEM, Second Life (erinnert sich da noch jemand dran?), Blogs, Mobile Marketing, und jetzt eben Facebook und Twitter. Also immer nach dem Motto: Meine Tell-and-Sell-Kampagne funktioniert nicht mehr in Print/TV, dann gehe ich eben ins Internet. Aber es reicht nicht, nur das Medium zu wechseln. Man muss zuerst über die Botschaft nachdenken. Hier gilt mehr denn je:

Content is King

Also erstmal muss man überlegen, was ich den Menschen an echtem Mehrwert bieten kann. Der Begriff Mehrwert ist da sehr weit gefasst.

  • Nützliche Informationen statt platter Werbung
  • Incentives und Preisvorteile
  • Gratis-Entertainment über z.B. Games anbieten
  • Personalisierung von Produkten ermöglichen
  • Engagement für eine gute Sache
  • Kunden in den Entwicklungsprozess von Produkten einbeziehen

Werbung, die relevant sein will, muss also das Leben einfacher, angenehmer, sinnvoller machen. Das Angebot muss so attrakiv sein, dass es freiwillig genutzt wird. Mit interruptiver Werbung (TV, Print, Banner) erreicht man nichts mehr.

Einfach mal zuhören

Der erste Schritt bei der Entwicklung von relevantem Content ist die Antwort auf diese Frage: Wie kann ich als Marke Probleme der Menschen lösen? Ein schönes Beispiel sind die öffentlichen Toiletten, die Charmin in New York betreibt. Hier sieht man auch schön, dass gute Kommunikaton oft nicht mehr auf abstrakte demographischen Modelle zugeschnitten ist. Aufs Klo muss halt jeder 😉

Abschließend noch ein Beispiel, wie Marken Facebook sinnvoll nutzen und nicht einfach einem Trend hinterher hecheln.