Was riecht denn hier so komisch?

Ich fürchte, das ist mein Blog. Nach anderthalb Monaten Funkstille ist er schon fast mit einem Bein auf dem dem digitalen Friedhof.

Also schnell reanimieren! Glücklicherweise habe ich gerade etwas Berichtenswertes entdeckt. Und zwar die browserbasierte App „Moqups“.

Wie der Name schon sagt, kann man mit dieser Anwendung Mockups erstellen. Das sind Skizzen, die grob das Aussehen und die Funktionalitäten einer Website oder Software klar machen. Per Mockups kann der Kreative die grundlegenden Fragen eines Projekts klären ohne ins Detail gehen zu müssen („Das Bild finde ich unemotional“, „Die Copy ist zu lang und unemotional“ etc. pp.)

Das schöne an Moqups:

  • Kostet nichts – es soll zukünftig ein Freemium-Modell geben. Wenn sich die App weiter so gut enwickelt, zahle ich gerne was dafür!
  • Denn: Sie ist absolut intuitiv zu bedienen
  • Keine Software-Installation nötig, läuft direkt im Browser

Per Drag & Drop platziert man die gewünschten Inhalte auf einem Skizzenblatt und passt sie seinen Wünschen an. Das ist eigentlich schon alles. Es können auch eigene Bilder oder Fotos verwendet werden, und einzelne Seiten lassen sich miteinander verlinken.

So sieht das dann aus:

Schöne Sache, ich bin gespannt was die Entwickler noch aus dem Hut zaubern.

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Killen Informationsarchitekten cooles Web-Design?

Ich habe mich ja schon an anderer Stelle darüber gewundert, dass sich viele Homepages  so sehr ähneln. Ein großes Visual plus drei bis fünf Teaserboxen – und fertig ist das Web-Design.

Aber schuld an der Misere sind nicht die Designer und Art-Directoren. Sondern die Informationsarchitekten und der Entwicklungsprozess von Webseiten.

Warum?

Informationsarchitekten erstellen Wireframes, die als Grundlage für das finale Design und die Funktionalitäten der Website dienen. Hier ein Beispiel:

Die Crux an der Sache: Die Überlegungen zum Look der Website macht sich oft ausschließlich der Informationsarchitekt. Was aber überhaupt nicht seine Hauptaufgabe ist. Der Web-Designer dagegen wird im Enstehungsprozess oft viel zu spät mit einbezogen. Ebenso der Texter.

So übernimmt der Informationsarchitekt häufig standardisierte Wireframes und aktualisiert sie. Sie werden anschließend vom Kunden freigegeben und sind damit heilige Kühe.

Der Web-Designer füllt anschließend nur noch die Wireframes mit Farbe. Der Texter stöhnt über den für die Copy vorgesehenen Platz, der manchmal zu üppig, manchmal zu knapp ist. Aber ändern können sie nichts mehr, final ist halt final.

Die Lösung: Das Wireframing nicht nur den Informationsarchitekten überlassen. Sondern schon in dieser frühen Phase verschiedene Designs andenken und  mehrere Alternativen mit jeweils gleich hoher Usability entwickeln.

Außerdem sollten die Wireframes als Skizzen verstanden werden, die nicht unbedingt 1:1 ins endgültige Design übernommen werden müssen.

Dann gibt’s hoffentlich bald wieder mehr Webseiten, die nutzerfreundlich und visuell eigenständig sind.