Killen Informationsarchitekten cooles Web-Design?

Ich habe mich ja schon an anderer Stelle darüber gewundert, dass sich viele Homepages  so sehr ähneln. Ein großes Visual plus drei bis fünf Teaserboxen – und fertig ist das Web-Design.

Aber schuld an der Misere sind nicht die Designer und Art-Directoren. Sondern die Informationsarchitekten und der Entwicklungsprozess von Webseiten.

Warum?

Informationsarchitekten erstellen Wireframes, die als Grundlage für das finale Design und die Funktionalitäten der Website dienen. Hier ein Beispiel:

Die Crux an der Sache: Die Überlegungen zum Look der Website macht sich oft ausschließlich der Informationsarchitekt. Was aber überhaupt nicht seine Hauptaufgabe ist. Der Web-Designer dagegen wird im Enstehungsprozess oft viel zu spät mit einbezogen. Ebenso der Texter.

So übernimmt der Informationsarchitekt häufig standardisierte Wireframes und aktualisiert sie. Sie werden anschließend vom Kunden freigegeben und sind damit heilige Kühe.

Der Web-Designer füllt anschließend nur noch die Wireframes mit Farbe. Der Texter stöhnt über den für die Copy vorgesehenen Platz, der manchmal zu üppig, manchmal zu knapp ist. Aber ändern können sie nichts mehr, final ist halt final.

Die Lösung: Das Wireframing nicht nur den Informationsarchitekten überlassen. Sondern schon in dieser frühen Phase verschiedene Designs andenken und  mehrere Alternativen mit jeweils gleich hoher Usability entwickeln.

Außerdem sollten die Wireframes als Skizzen verstanden werden, die nicht unbedingt 1:1 ins endgültige Design übernommen werden müssen.

Dann gibt’s hoffentlich bald wieder mehr Webseiten, die nutzerfreundlich und visuell eigenständig sind.

6 Gedanken zu “Killen Informationsarchitekten cooles Web-Design?

  1. Wie immer hoch interessant.
    Ich würde unsere Seite gratis zur Umgestaltung in eine neues Zeitalter hergeben, natürlich mit der anschließenden Freigabe zur weltweiten Veröffentlichung in Fachkreisen als lobenswertes Beispiel einer modernen Architektur. Der Clou des Ganzen, die ist momentan noch im 90 Jahre Stil mit echten Frames usw.🙂 Visuals oder diese komischen Teaser Dinger gibts gar nicht.
    Na wie wäre es :-)))

    LG Dirk

  2. Bei jeder Entwicklung, wo das Marketing eine tragende Rolle übernimmt, stirbt das individualistische, so auch beim Web Design, das sich unter zu ordnen hat. Die schönsten Autos stammen ja auch aus den 50ern.

    • Ich würde ja auch den Autoherstellern empfehlen, den Original-Käfer, Opel Kadett oder R4 wieder zu bauen, allerdings mit modernisierter Technik.
      Der Informationsarchitekt würde sagen: Klar sahen die Autos toll aus, ABER die Benutzerfreundlichkeit (Verbrauch, Sicherheit) war suboptimal.

      Experementierfreude im Webdesign ist heute hauptsächlich nur in kleinen Nischen möglich. Ganz klar die Oberhand haben die „Rationalisten“. Darum sehen sich viele Webseiten so ähnlich.

    • Aber, aber, das Angebot eure Seite als Retro-Klassiker mit Zukunftspotenzial vorzustellen hat mir nur einfach die Sprache verschlagen! Ich kleines Licht würde doch in der strahlenden Sonne verbrennen wie ein Graf Dracula!! Der Schock lässt nun langsam nach und ich sehe mich wieder imstande dir zu antworten. Mit untertänigsten Grüßen an die blaue Donau vom unwürdigen Schreiberling😀

  3. hi, zum thema cooles design und so hab ich gerade die retro filiale meines blogs auf wordpress aufgemacht. man sieht auf den ersten blick:

    old school = crisp, easy und cool

    new school = verkrampft, monoton und komplizert

    loide loide!

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