Für eine Handvoll Guiris

Bueno: Dank der Erderwärmung kann man sich den Urlaub in südlichen Gefilden bald sparen. So hat doch alles auch seine guten Seiten! Tatsache ist: Im September des Jahres 2016 unterscheiden sich die Temperaturen zwischen Offenfurt bzw. Frankbach und Sevilla nicht sonderlich. Die Sonne toastet dich bei 30 Grad Plus. Lohnt es sich trotzdem, in den Flieger zu steigen? Ok, rhetorische Frage.

Sevilla ist ideal für einen Städtetrip. Es ist relativ überschaubar, die Innenstadt kann man zu Fuß erkunden. Und es ist einfach richtig schön. Das ist auch der Grund, warum dieser Blogpost besser „Für ein paar Guiris mehr“ heißen müssten. Oder sogar „Spiel mir das Lied vom Guiri“ – um die Trilogie zu vollenden (Guiri = Tourist).

Die Tage in Sevilla vergehen in einem angenehmen Rhythmus. Du schlenderst durch die Gassen, schaust dir eine Sehenswürdigkeit an, isst ein paar Tapas, schlenderst durch die Gassen, gehst etwas essen, machst eine Flussfahrt… ich glaube, es wird klar, was ich meine. Um es etwas konkreter zu fassen, hier einige Tipps/Anmerkungen:

  • Obwohl die Sevilla keine Millionenmetropole ist, kann man sich doch mal verlaufen. Neben einem Stadtplan empfehle ich eine Offline-Map. Ich habe mir maps.me installiert, die App war extrem hilfreich.
  • Unbedingt anschauen: Die Palastanlage Reales Alcazares, das Museum der schönen Künste, das Stadtviertel Santa Cruz und den Maria-Luisa-Park. Zum Pflichtprogramm gehört auch noch die Kathedrale und die Giralda.
  • Essen geht macht Spaß, da die Qualität meist sehr gut ist und die Preise moderat bis günstig sind. Sehr gute Tapas gibt’s im Casablanca (C/Adolfo Rodríguez Jurado nº 12, in der Nähe der Kathedrale), im Casa Román (Plaza de los Venerables 1, Santa Cruz) und im Europa (Calle Siete Revueltas 35).
  • Ein Tipp für den besonderen Abend: El Traga. Tapas werden hier modern interpretiert, exzellente Qualität, sehr kompetente Beratung. Etwas hochpreisiger, aber es lohnt sich.
  • Was nicht unbedingt sein muss: Die Besichtigung der Stierkampfarena La Maestranza. Die halbstündige Führung ist dann doch sehr unspektakulär.

Und jetzt gibt es noch was zu sehen…

 

Gut gebrüllt – meine Cannes Lieblinge

Die Werbe-Oscars, die Löwen, sind gerade in Cannes verliehen worden. Hier ist eine Auswahl von prämierten Arbeiten, die mir besonders gut gefallen.

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An meinem Löwen arbeite ich noch …

Justino; Leo Burnett

Eine sehr schöne Geschichte, perfekt animiert. Durchaus Pixar-Niveau. Beworben wird die spanische Weihnachtslotterie. Der Film ist nur das Herzstück der Kampagne, Justino hatte auch einen eigenen Kanal auf Instagram, auf Facebook konnte man die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven verfolgen. Holt die Taschentücher raus.

The next Rembrandt; JWT Amsterdam

Kennt wahrscheinlich schon jeder, der irgendwas mit Werbung zu tun hat. Wird – zu Recht – abgefeiert als perfekte Verbindung einer großen Idee mit Big Data und Technologie. Die ING Bank positioniert sich hiermit glaubhaft als innovatives Unternehmen.

#Whoistheking; Buzzman

Burger King war mit dem McWhopper einer der ganz großen Gewinner. Deutlich kleiner, aber sehr charmant ist auch diese Battle mit dem Rivalen McDonald’s.

Anti-Rival Vaccine; Ogilvy Brasil

Für mich als Fußball- und Eintracht-Fan der heimliche Star des Festivals. Ich finde die Idee großartig. Da stört es mich auch nicht weiter, dass das Ganze doch stark nach „Wir basteln uns einen Award Case“ riecht.

Wer jetzt weiter gute Werbung sehen will, kann das gerne tun: Cannes Winner 2016

Ist Kundenservice die bessere Werbung?

Vor kurzem habe ich den neuen Hornbach-Spot „Haarkranz“ auf Facebook geteilt. Sehr schnell wurde er so kommentiert:

„mich nervt die hornbach-werbung die nur versucht besonders anders zu sein. geht man mal tatsächlich in deren baumarkt, da holt dich die realität ein – mieser service, sieht heruntergekommen aus. lieber erst mal da investieren statt in teure agenturen und spots“

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Kollege kommt gleich!

Gegenbeispiel: Vor kurzem ist der Timer meiner Philips Sonicare Zahnbürste ausgefallen. Das Gerät war gerade mal 6 Monate alt und hat stolze 140 Euro gekostet. An einem Samstag habe ich den Philips Kundenservice kontaktiert. Am folgenden Dienstag hatte ich ein Austauschgerät. Perfekt!

Sicher sind diese zwei Fälle nicht repräsentativ. Aber ich möchte aus ihnen trotzdem ein paar Thesen ableiten:

  • Kundenservice ist viral. Im positiven wie negativen Sinne. Denn gute oder schlechte Erfahrungen werden geteilt. Im Gegensatz zu vielen „viralen“ Filmen, die im medialen Rauschen untergehen.
  • Kundenservice ist zielgruppenunabhängig. Dadurch hat er eine riesige Reichweite – nämlich buchstäblich jeden, der ihn in Anspruch nimmt. Ganz egal wie jung oder alt, reich oder arm etc.
  • Kundenservice ist einfach zu verbessern. Jede Werbekampagne kann floppen, egal wieviel Zeit und Geld in die Entwicklung gesteckt wurde. Aber ich kann mir schwer vorstellen, dass es irgendwo, irgendwann heißt: „Wir haben die Reaktionszeit im Service von 24 auf 4 Stunden gesenkt. Aber irgendwie kommt das beim Kunden nicht so gut an.“
  • Kundenservice kann der entscheidende „Produktvorteil“ sein. Nicht umsonst kämpft man sich vor dem Kauf z.B. eines Fernsehers durch x-Testberichte. Die Unterschiede zwischen den Modellen verschiedener Hersteller sind oft nur noch marginal, echte Innovationen selten. In diesem Umfeld kann ein exzellenter Kundenservice die Kaufentscheidung positiv beeinflussen.

Insgesamt, so mein Gefühl, ist der Kundenservice vieler Marken besser geworden. Sicher auch eine Folge der sozialen Medien, in denen Horror-Stories enttäuschter Kunden schnell die Runde machen.

Aber es gibt, siehe Hornbach, eben auch noch viel Luft nach oben. Darum sollten sich Marken fragen, ob sie ihr Geld nicht besser in den Kundenservice statt in die nächste Werbekampagne stecken sollten. Es gibt nur einen Nachteil. Das Thema ist halt so unsexy:

Bei den Cannes Lions, dem Werbe-Oscar, konnte ich auf die Schnelle keine Kategorie „Customer Service“ entdecken😉

We are the Chang-ions

Der Koffer ist ausgepackt, die Waschmaschine läuft, der Urlaub ist leider vorbei. Schön war’s.

Damit die Fotos der Reise nicht ganz so zusammenhanglos dastehen, ein paar Worte über die letzten  zwei Wochen in Thailand.

Die ersten Woche war ich in Kata Beach auf Phuket. Das eigentlich Phuketskaja oder Phuketgorow heißen müsste. Allerdings geht die Zahl der russischen Touris, über deren Charme ich hier nichts sagen muss, wohl zurück. Zeichen der Krise in Putin-Country?

Der Strand in Kata Beach ist schön, allerdings auch etwas trubelig. Wer es ruhiger haben will, spaziert nach Kata Noi. Dort ist alles etwas ruhiger und augenscheinlich teurer.

Was man in Kata Beach gut machen kann: Abhängen, shoppen, Essen gehen, Bier trinken. In beliebiger Reihenfolge. Ausflüge gingen nach Phuket Town und zum Big Buddha.

Phuket Town ist nicht so touristisch, da sieht man etwas mehr vom „echten“ Thailand. Big Buddha, siehe Fotos. Ich hätte gerne irgendeine Dschungel-Tour gemacht. Dafür muss man aber weiter in den Norden fahren.

Insgesamt ist ein Woche Kata Beach genug. Deshalb weiter nach Ko Phi Phi. Schon die Überfahrt macht richtig Spaß. Dauert so ca. 2 Stunden. Auf Ko Phi Phi kann man entweder in Tonsai bleiben für mehr Action. Oder so wie ich auf die andere Seite der Insel weiter tuckern.

Ich weiß bis heute nicht genau, wie der Ort hieß. Laut Google Maps Loh Ba Kao Bay. In diesem Ort kann man sich wie folgt unterhalten: Abhängen, Essen gehen, Bier trinken🙂.

Ein schöner „Spaziergang“ ist der Fußweg nach Tonsai. Geht so einen schmalen Pfad steil bergauf und ebenso steil bergab. Besser nicht mit Flip-Flops angehen.

Auf jeden Fall empfehlenswert: Ein Longtail-Boot mieten und sich 4 Stunden lang durch die Inselwelt schippern lassen. Danach dann ins sehr gute Viewpoint Restaurant auf eine spicy Noodle-Soup.

Nach 5 Tagen Ko Phi Phi ging es dann zurück nach Phuket zum Flughafen. Rückblickend waren 5 Tage auf der Insel vielleicht 2 zu viel. Denn ganz in der Nähe vom Flughafen liegt Na Yang. Toller Strand, an dem ich noch gerne 2 Tage länger geblieben wäre. Tja, dann halt beim nächsten Mal.

Kop Khun krap fürs Lesen des Artikels!

Soll ich kündigen oder nicht?

Um die Eintracht aus Frankfurt steht es schlecht. Trotz dem (wieder mal) besten Kader seit langem und der Rückkehr von Armin Veh steht die Rumpeltruppe mit 14 Punkten auf Platz 15. Am Samstag kommt Werder Bremen. Es geht um 3 Punkte, gefühlt aber um alles oder nichts. Und ich stelle mir langsam die Frage, ob ich mir diese Scheiße noch länger antun soll…

Zugegeben, ich bin kein Hardcore-Fan mit Dauerkarte, der auch bei jedem 2. Auswärtsspiel dabei ist. Ich gehe mit Freunden pro Saison ca. 4-6 mal ins Stadion und gucke einige Spiele live im TV. Dazu habe ich eine Billig-Variante („Fördermitglied“) der Vereinsmitgliedschaft. Aber momentan schaue ich auf meinen Verein mit einer Mischung aus Apathie und Entsetzen.

Was können die Gründe sein?

Die Hinrunde des Scheckens

Ich habe wirklich geglaubt, dass Armin Veh das Team im Mittelfeld der Tabelle stabilisiert. Mit etwas Glück Angriff auf die Europa-League Plätze. Nach 16 Spieltagen geistert das Abstiegsgespenst durchs Waldstadion. Ausgang ungewiss. Armin Veh wird wohl nach dem Bremen-Spiel Trainer bleiben. In der Winterpause geht’s dann mit 3 Millionen zum Panikeinkauf auf die Resterampe. Spätestens nach der Saison ist Veh dann wieder weg, Stichwort „Neustart“. Es sei denn, die Rückrunde läuft extrem gut. Glaube ich eher nicht.

Eine Geschichte von Mittelmaß und Murks

Ich schaue mir die Historie der Eintracht über die letzten 10 Jahre an. Hier die Platzierungen in der 1. Bundesliga. 2011/12 hat die Eintracht nach dem Abstieg der Schande in der 2. Liga gespielt.

Durchschnittliche Platzierung: 12. Platz. Unteres Mittelmaß.

Tabelle BuLI II

Quelle: Transfermarkt.de

Jetzt zum DFB-Pokal. Auch nicht berühmt. Ausnahmen waren die Finalteilnahme 05/06 und das Halbfinale in der Saison darauf. In zehn Jahren hat die Eintracht insgesamt nur drei Mal im DFB-Pokal „überwintert“.

DFB-Pokal

Quelle: Transfermarkt.de

Nicht unterschlagen will ich zwei Auftritte im UEFA Cup/Europa League in der Saison 06/07 bzw. 13/14.

Passed zu dieser Bilanz ein paar Namen, die alle etwas gemeinsam haben: Viel gekostet, nix bis wenig gebracht: Srdjan Lakic, Olivier Occean, Ümit Korkmaz, Caio, Martin Fenin, Habib Bellaid, Vaclav Kadlec…

Die Frankfurter Neue Presse hat das finanzielle Desaster in einem etwas älteren Artikel mal berechnet:

Transferbilanz Bruno Hübner: – 9.830.000 Euro

Transferbilanz FSV Mainz im gleichen Zeitraum: – 1.020.000 Euro

Und die fragen sich immer, warum sie kein Geld für Transfers haben.

Am Ende

Zahlen lügen nicht.

„Wir holen den DFB-Pokal und werden Deutscher Meister“ – die Aussichten darauf sind gleich Null. Die Eintracht ist ein Verein, dessen Ziel es primär sein muss, die Liga zu halten. Wenn nicht irgendwann ein Scheich kommt und Öl-Millionen in den Klub pumpt, wird das so bleiben.

Aber jetzt die Mitgliedschaft kündigen? Ach nee. Irgendwie hoffe ich, dass die Eintacht es in dieser Saison noch packt und es irgendwann wieder aufwärts geht. Die besten Fans der Welt hätten es verdient.